Luxushotel im Volkspark

Seit Anfang des Jahres wird im Hamburger Schanzenpark gebaut. Einen Steinwurf vom erweiterten Messegelände entfernt soll nach Willen von Bürgerschaft, Mövenpick und Immobilienbesitzer im denkmalgeschützten Wasserturm ein Vier-Sterne-Hotel entstehen. Anwohner und politisch Aktive fürchten, dass mit Fertigstellung des Hotels im Jahr 2007 der beliebte Park nur noch stark eingeschränkt nutzbar ist. Außerdem erwarten einige, dass die „Transformation“ des nahe liegenden Viertels rund um die Flora noch schneller vonstatten geht, die Mieten steigen und sich nur noch Schwerverdiener das Wohnen auf der Sternschanze leisten können. Bericht von indymedia
Entstehen soll nach jahrelangem hin und her ein Hotel der Mövenpick-Kette. Nach Bekanntwerden der Pläne gingen 300 bis 400 Leute gegen die Hotelpläne und für einen öffentlichen Schanzenpark auf die Straße. Im Anschluss wurde am Fuße des Turms im Park gegrillt - "Mövenpick ausräuchern". Weitere Aktionen u.a. in der City bei Mövenpick sind angekündigt. 1996 wurde der größte Wasserturm Europas für damals eine (1!) DM an einen sogenannten Investor verkauft. Nach nunmehr acht Jahren hat Herr Storr genug Geld zusammen um einen seiner zahlreichen Pläne zu verwirklichen: Die Patrizia Projektentwicklung Gmbh aus Augsburg macht knapp 40 Millionen Euro locker um ein Luxushotel in dem Turm zu errichten. Das Hotel soll von der Mövenpick-Kette betrieben werden.Für das Hotel entschied man sich aus wirtschaftlichen Gründen entschieden. Vorschläge wie Stadtteilzentrum oder StudentInnenwohnheim fielen unter den Tisch. Gegenüber dem Wasserturm, auf der anderen Seite der Bahngleise wird im Moment fleißig an der Erweiterung der Messe gebaut. Und damit die Messegäste auch schnell in ihr Bett kommen, soll für sechs Millionen Euro ein Tunnel unter den Gleisen entstehen.
Zu befürchten ist, dass ein Hotel im Wasserturm den umliegenden Park für die Anwohner kleiner und unaktraktiver macht, wenn nicht sogar ganz die Nutzung verhindert. Der gestresste Messegast möchte schließlich seine Ruhe haben und da stören spielende Kinder, grillende Gruppen, musizierende Menschen, schnarchende Sonnenanbeter und viele andere Parkbesucher.
Der Kampf gegen eine Kommerzialisierung desWasserturms ist ein alter. Schon lange prangen große Parolen auf Wand und Dach des Turms. Jetzt wo nach der ersten Rodung der Baubeginn immer näher rückt, werden die Proteste auch größer.
Bereits am 9. Mai fanden sich mehrere Dutzend Menschen am Turm ein, um den gerodeten Hang neu zu begrünen.
Für Samstag war zu einer Demonstration aufgerufen worden. Der Beginn der Demonstration war von Behördenseite um eine dreiviertel Stunde nach hinten verlegt worden. Grund dürfte das Heimspiel des FC St. Pauli gewesen sein. An die den Spielen folgenden Bambule-Demos hat die Hamburger Polizei keine guten Erinnerungen.
Gegen 17 Uhr startete die Demo mit einer aus Bambulezeiten üblichen Okkupation der Straße. Nach einem kurzen Auftakt zog die Demo durch Schanzenviertel und Eimsbüttel bis zum Bezirksamt und von dort wieder zum Schanzenpark. Nachdem es zwischendurch den einen oder anderen Ausreißer gegeben hatte zog die Polizei am Schanzenpark nochmal groß auf. Ein Polizei-Bulli versperrte dem Lautsprecherwagen die Einfahrt in den Park. Nachdem erboste Demonstranten sich beschwerten ("Schmeißt ihn um!") wurden Helme aufgesetzt und der Wagen unter Einsatz von Schlagstöcken befreit. Danach konnte unbehelligt im Park gegrillt werden. Allerdings ohne Lauti und mit unauffälligen Zivilbeamten.
http://de.indymedia.org/2004/05/83697.shtml
» Kommentar / Comment / Comentario »
- Nun ja, wenn das Hotel eines für alle und ohne Entgelt wäre, das wär doch nett, oder?
— Katrin Steiner Jul 18, 01:17 PM #