Fachtagung II - Welche Stadt für wen? Die Stadt demokratisieren!

Vom 24. bis 26. Februar 2006

Megacities, Global Cities, Weltstädte, Metropolen: Neoliberale Globalisierung und der Widerstand dagegen zeichnen sich in den großen Städten im Süden und im Norden besonders deutlich ab. Selbstorganisationen und Basisinitiativen in Nord und Süd setzen der neoliberalen Globalisierung ihre autonomen Projekte entgegen, kämpfen gegen Privatisierungen und organisieren beispielsweise Gesundheitsprojekte oder Arbeitsloseninitiativen, um gegen die fatalen Folgen der neoliberalen Politik anzugehen. Sie konfrontieren ihre Gesellschaften mit der sozialen Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Ausgrenzung. Dabei teilen sie die Notwendigkeit, ihre Anliegen gesellschaftlich breiter zu verankern, um ihrer Utopie auch Realisierungschancen zu geben.
Um dies zu erreichen, arbeiten sie mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und auch städtischen Institutionen zusammen. Dabei geraten sie insbesondere im Zuge der neoliberalen Umstrukturierung der Städte immer häufiger in eine ambivalente Situation. Von Seiten einer neoliberalen Politik, die so sehr die Eigenverantwortung propagiert, besteht nämlich durchaus Interesse an solchen Initiativen. So sehen beispielsweise städtische Institutionen selbstorganisierte Projekte immer mehr als probates Mittel, Arbeiten von ihnen ausführen zu lassen und so Kosten einzusparen: Die „Unterstützung“ der Selbstorganisationen kostet weniger als eine eigene städtische Einrichtung.
Einerseits eröffnet eine Zusammenarbeit mit städtischen Institutionen und gesellschaftlichen Gruppen Handlungsspielräume und Möglichkeiten – gleichzeitig laufen Basisinitiativen aber Gefahr, von einer neoliberalen Politik instrumentalisiert zu werden und ihre ursprünglichen politischen Ziele aus den Augen zu verlieren.

In der zweiten Tagung des Projekts „Der Süden der Städte“ möchten wir deshalb folgenden Fragen nachgehen: Wie können wir unsere selbstorganisierten Projekte breiter in der Gesellschaft verankern und ein Umdenken bewirken? Wie lassen sich unsere Erfahrungen und Kämpfe in Süd und Nord miteinander verknüpfen? Welche Strategien gibt es, mit der Gefahr einer neoliberalen Vereinnahmung umzugehen? Und schließlich: Wie lässt sich unter neoliberalen Bedingungen für eine „Stadt für alle“ kämpfen?

PROGRAMM
Freitag, 24. Februar
Ab 18 Uhr Anreise

20.00 Uhr Begrüßung und Vorstellung der ReferentInnen

20.15 Uhr Zwischen autonomer Praxis und neoliberaler                                                            Vereinnahmung
               Gedanken und Beobachtungen zur Situation von                                                               Selbstorganisationen und NGOs
                Kurzstatements von Stephan Lanz, Judith Welkmann, Katrin Steiner

                anschließend Diskussion

Samstag, 25. Februar
9.00 – 9.30 Uhr     Eine Stadt für alle! Selbstorganisation zwischen                                                               Autonomie und Integration

                              Vorstellung der Workshops:

                          I: Modelle selbstbestimmter Macht
                              Mit Boniface Mabanza, Kongo und Knut Unger, Mieterverein Witten

                            Berichte von Johann Jäckel zu den Inputs von Knut Unger und                                         Boniface Mabanza

                          II. Das System im System
                               Mit Graciela Draguicevich, Mutual Sentimiento,                                                                Argentinien und Sebastian Müller, INURA, Dortmund

                          III. Soziale Bewegungen: Stadtpolitik von unten
                                Mit Rhoda Viajar, Philippine Human Rights                                                                     Information Center, Philippinen und Klaus Ronneberger

                           "Die Neoliberalisierung der Stadt" - Input von Klaus  Ronneberger

Ab 9.30 Uhr              Arbeit in den Workshops
                                Kurzvorträge der ReferentInnen und Diskussion

12.30 – 14.00 Uhr       Mittagspause

14.00 –16.30 Uhr        Fortsetzung der Workshops

16.30-17.00 Uhr          Pause mit Kaffe und Tee

17.00-18.00 Uhr          Open Space: Austausch zwischen den Workshops

18 Uhr                        Abendessen

19.30 Uhr                  Asienkrise und Argentinien-Crash
                                Gemeinsamkeiten nach den Wirtschaftskrisen                                                                  1998 und 2001
                                Politisches Gespräch und Diskussion mit Rhoda                                                             Viajar und Graciela Draguicevich

ab 21 Uhr                 nettes Beisammensitzen und kl. Fiesta


Sonntag, 26. Februar
09.30-11.15 Uhr          Städtische Bewegungen im Kampf um eine                                                                     autonome Praxis (mit Ansätzen für einen                                                               neuen Internationalismus)

                                    Kurzstatements von Boniface Mabanza, Graciela Draguicevich,                                         Rhoda Viajar

                                    mit anschließender Diskussion 

                                   Eindrücke von Karsten Peters und Johann Jäckel
 

11.15.-11.30 Uhr         Pause


11.30- 12.00 Uhr         Feedbackrunde

anschließend               Mittagessen


anschließend               Abreise

 

ORGANISATORISCHES 

Veranstaltungsort und Wegbeschreibung
Evangelische Studierendengemeinde Münster (ESG)
Breul 43
48143 Münster

vom Hauptbahnhof mit den Buslinien 15 oder 16 (Ri. Kinderhaus), Haltestelle: Kreuzschanze, dann ca. 50 Meter gegen die Fahrtrichtung zurücklaufen, die ESG liegt dann auf der linken Seite.

Teilnahmebeitrag
50 / 80 Euro
inkl. Verpflegung und ggf.Privatunterkunft – am Geld soll
die Teilnahme nicht scheitern!

Veranstalter und Kontakt
Institut für Theologie und Politik
Katrin Steiner
Fr.- Ebert- Str. 7
48153 Münster
Tel.: 0251 / 52 47 38
Fax: 0251 / 52 47 88
e-mail: steiner.itp@muenster.de

unterstützt von
ESG Münster
Cafe Weltbühne

Das Projekt wird gefördert von
NRW-Stiftung für Umwelt und Entwicklung