Fachtagung I - Wem gehört die Stadt? (Wieder-)Aneigung und Kämpfe gegen Privatisierungen
Vom 16. bis 18. September 2005
Megacities, Global Cities, Weltstädte, Metropolen: Neoliberale Globalisierung und der Widerstand dagegen zeichnen sich in den großen Städten im Süden und im Norden besonders deutlich ab.
Ihre Situation ist gekennzeichnet durch Privatisierungen z.B. in den
Bereichen Wasser, Energie oder dem Nahverkehr. Aber auch in sozialer Hinsicht verändern sich Städte massiv: In Lateinamerika beispielsweise bieten die großen Städte kaum noch eine Lebensgrundlage, und die Menschen suchen nach eigenen Wegen des Überlebens. Auch in den Städten des Nordens öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter. Nicht zuletzt gerät dabei die prekäre Situation von MigrantInnen aus dem Blick, die „illegal“ in den Städten leben. Gegen diese Situation formiert sich insbesondere in Basisbewegungen und NGOs Widerstand.
Mit dem Nord-Süd-Projekt „Der Süden der Städte“ will das Institut für
Theologie und Politik deshalb nicht nur innerhalb der Globalisierungsdebatte auf Symmetrien und Asymmetrien in Städten in Nord und Süd hinweisen, sondern konkret nach Interventionsmöglichkeiten für solidarisches Handeln gegen eine neoliberale Umstrukturierung der Städte suchen.
In der ersten Tagung stehen Kämpfe gegen Privatisierungen unter dem Begriff „(Wieder-)Aneignung“ im Zentrum, die unter der Perspektive von Autonomie, Alternativen und Handlungsstrategien thematisiert werden.
In der zweiten Tagung (24. - 26.02.2006) soll es um Citizenship und
Demokratie, um die Stadt als „gemeinsamen Ort“ und um die Gefahr
neoliberaler Vereinnahmung von (Selbst-)Organisationen durch städtische Institutionen gehen.
Und vor allem: Was können wir voneinander lernen, wie in einer globalen Welt zusammenarbeiten?
PROGRAMM
Freitag, 16. September
ab 16 Uhr Anreise
19.30 Uhr Vorträge: Die globale Stadt – Utopie oder Katastrophe?
Markus Wissen, Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung, Brandenburg
20.30 Uhr Leonel Yáñez, Sozial- und Kommunikationswissenschaftler, Santiago de Chile,
VORTRAG, zusammenfassende O-Töne (dt.)
anschließend Diskussion
O-Töne der Diskussion (Achtung: Rauschen!)
Zur 'glokalen' Dimension der Proteste gegen neoliberale Globalisierung in Städten.
Zur spezifischen Qualität der städtischen Proteste im Vergleich zu ländlichen Regionen.
Zur symbolischen Ebene der Proteste gegen neoliberale Hegemonie.
Samstag, 17. September
9-16 Uhr Workshops
- Stadträume: Besetzungen und alternative Lebens- und
Arbeitsformen
Andreia Carla Ferreira da Silva, Frente de Luta Popular, Rio de Janeiro
Stephan Lanz, metroZones Berlin
- Lebensräume: Selbstorganisation und soziale Kämpfe
Ralf Bindel und Martin Krämer, Sozialforum Bochum
Dario Azzelini, Venezuela-Experte
- Vermittlungsräume: Medien und Öffentlichkeit
Leonel Yáñez, Sozial- und Kommunikationswissenschaftler, Mitglied bei AMARC (Weltvereinigung freier Radios), Santiago de Chile
Susanne Dzeik, Dokumentarfilmerin, FelS, Berlin
16-18 Uhr Open Space
ab 20 Uhr Film "Entre Muros e Favelas" (Marcio Jerônimio, Kirsten Wagenschein, Susanne Dzeik); hier zum Trailer (Achtung lange Downloadzeit!)
anschließend Fete
Sonntag, 18. September
9-12 Uhr Abschlussforum: BERICHT mit O-Tönen
Wem gehört die Stadt? Netzwerke und Kooperation.
Was trennt, was verbindet uns?
ab 13 Uhr Abreise
ORGANISATORISCHES
Veranstalter
Institut für Theologie und Politik
Veranstaltungsort
Die Tagung findet in der Evangelischen-Studierenden-Gemeinde Münster statt.
Tagungsbeitrag
50/80 Euro inklusive Verpflegung und ggf. Privatunterkunft. Am Geld soll die Teilnahme nicht scheitern!
Den Flyer gibt es hier als download im pdf-Format.