Eindrücke vom Park Fiction-Projekt
- von Rhoda Viajar -Vom Park Fiction-Projekt war ich sehr beeindruckt. Der Film, der die Initiative dokumentiert, zeigt, wie ein Projekt, das den offenen Raum einer Gemeinschaft beinhaltet, gleichzeitig persönlich, lokal und global sein kann. Persönlich ist es wegen des Aspekts der “Wunschproduktion”, im Rahmen derer die BewohnerInnen aufgefordert wurden, den Park, den sie wollten, darzustellen und zu beschreiben. Lokal ist es, weil es einen gemeinsamen Ort für die Gemeinschaft betrifft. Und global ist es, weil es verschiedene kulturelle Symbole und Praktiken verbindet und städtische Prozesse diskutiert, die viele Städte weltweit betreffen.
Der unternommene Prozess ist erstaunlich wegen seines Konzepts von Teilhabe. Das Projekt organisierte sich in einem sehr lose strukturierten Prozess. Trotzdem schaffte es erfolgreich, Einzelpersonen durch das, was “Wunschproduktion” genannt wurde, intensiv in die Planung des Parks mit einzubeziehen. Es war mehr als das kollektive Ringen um den Anspruch oder das Recht auf einen öffentlichen Raum; das Projekt war auch ganz klar dafür da, individuelle Wünsche in einer gemeinsamen Unternehmung auszudrücken.
Ich stehe sehr hinter Margits Aussage, dass das Projekt sich gelohnt hat – dass die Teilhabe und der Ausdruck der BewohnerInnen schon in sich Erfolge sind. Trotzdem, indem sie die sehr persönliche Sphäre der Wünsche und Ziele betreten haben, begaben sich die Künstler-AktivistInnen in ein Dilemma.
Dies ist ein Dilemma, mit dem SozialarbeiterInnen, Menschen, die Gemeinschaften organisieren und Rechtsanwälte konfrontiert sind: Wie machen wir mit den kleinen und großen Erfolgen weiter, die wir errungen haben? Wie können wir dauerhaft auf individuelle und kollektive Macht pochen? Wie führen wir unsere Arbeit fort, sodass wir fähig sind, mit den Auseinandersetzungen, den Schwierigkeiten, den Triumphen umzugehen, die mit der Transformation einhergehen – ob sie nun große oder kleine Dimensionen haben. Wie machen wir weiter mit konkreten direkten Aktionen, und reflektieren gleichzeitig Theorien und überlegen uns Strategien für unsere Praxen?
Es ist ziemlich traurig, dass die InitiatorInnen das Projekt als beendet ansehen. Es scheint, dass sie sich vielleicht von Beginn an auf das Ziel beschränkt haben, einen Park zu haben. Nun, da der Park gebaut worden ist, sehen sie das Ziel erreicht. Wie auch immer, ich denke, dass, wenn eine Organisation formell etabliert ist, wenn auch nur eine lose Struktur erhalten geblieben wäre, es hätte eine Öffnung hin zu anderen Initiativen geben können, die die Gemeinschaft vielleicht gerade zu ergreifen entscheidet Diese Initiativen könnten politisch sein und Zusammenarbeit mit der lokalen Regierung in Bezug auf Programme und Politik, die Menschenrechte betreffend, beinhalten.
Die Notwendigkeit, die Nachhaltigkeit von Selbst-Organisationen zu thematisieren, ist, so denke ich, eine wichtige Lehre aus dem Park Fiction-Projekt. Trotzdem, alles, was erreicht wurde, kann maximiert werden. Ein Weg ist, den Film der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, vor allem denen, die in Gemeinschaftsprojekten involviert sind, denn Park Fiction ist ganz klar ein gutes Beispiel für einen partizipatorischen Prozess. Mit seinen unverfrorenen Botschaften und den subtilen Texten, mit seinem freien und inspirierenden Geist, der auf festen Überzeugungen gründet, kann “Park Fiction” ein machtvolles Mittel sein, um Aktionen zu entzünden.