Das Projekt
Mit dem „Süden der Städte“ will das Institut für Theologie und Politik innerhalb der Globalisierungsdebatte auf Symmetrien und Asymmetrien in Städten in Nord und Süd hinweisen und nach Interventionsmöglichkeiten für solidarisches Handeln gegen eine neoliberale Umstrukturierung der Städte in Süd und Nord suchen. Dies soll in einem Nord-Süd-Dialog geschehen und Anknüpfungspunkte für eine „Globalisierung von unten“ ermöglichen.
Ansatz und thematische Schwerpunkte
Wir gehen davon aus, dass sich gerade in Städten Prozesse der Globalisierung verdichten: Privatisierungen, Deregulierung und Informalisierung von Arbeitsverhältnissen führen zu verschärften gesellschaftlichen Spaltungen und Fragmentierungen und lassen sich in den Megacities deutlich ablesen.
Das Projekt „Der Süden der Städte“ will vor allem zwei Fragen nachgehen:
1. Wo und weshalb sind Kämpfe gegen neoliberale Globalisierung in Städten erfolgreich?
2. Sowohl im Süden als auch im Norden zieht sich der Staat aus ehemals öffentlichen Aufgaben zurück, und/ oder Nichtregierungsorganisationen oder vermeintlich neue Modelle von BürgerInnen-Beteiligung treten an seine Stelle. Wie gehen emanzipative Organisationen mit dieser Situation um, wie können sie einer neoliberalen Vereinnahmung entgegenwirken?
Diese Fragen wollen wir anhand von drei großen thematischen Schwerpunkten bearbeiten:
1. (Wieder-)Aneignung der Stadt gegen die Kommerzialisierung von öffentlichen Räumen, öffentlichen Gütern und staatlicher Gewalt. Dazu gehören auch Kämpfe um soziale Rechte und gegen die Politik und Ideologie der Unsicherheit.
2. Citizenship
In Kooperation mit staatlich-kommunalen Institutionen und Strukturen laufen Basisbewegungen und Nichtregierungsorganisationen Gefahr, neoliberal vereinnahmt zu werden. Welche Ansätze zu wirklicher Demokratisierung städtischer Institutionen gibt es? Welche sind erfolgreich und welche sind warum gescheitert oder in der Krise? Wie ist es z.B. mit Bürgerhaushalten wie in Porto Alegre oder Berlin-Lichtenberg?
3. Migration
Gerade in den global cities leben viele MigrantInnen. Auch unabhängig von existierenden Gesetzen, Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, des Wahlrechts etc. nehmen sie sich das Recht zu leben und eignen sich die Stadt an. Politisch, ökonomisch und kulturell spielen sie eine wichtige Rolle, auch wenn sie oft unsichtbar gemacht werden. Deshalb soll Migration und Autonomie der Migration Querschnittsthema in unserem Projekt sein.
Veranstaltungsformen
Das Projekt hat drei Elemente: zwei 14-tägige Besuchsprogramme, je eines im September 2005 und im Februar und März 2006, zwei internationale Fachtagungen und das interaktive Internetportal, das über die Artikel und Kommentare eine Diskussion innerhalb der verschiedenen Bereiche anstoßen will.