Citizenship
Citizenship bezeichnet positiv alle Bestrebungen für eine Demokratisierung der Städte mit dem Ziel, dass alle gleichberechtigt über ihre Belange entscheiden und am gesellschaftlichen Reichtum teilhaben können. Im Zuge neoliberaler Umstrukturierung zeigt sich aber, dass (Selbst)Organisationen Gefahr laufen, von neoliberalen Strategien vereinnahmt zu werden. In der BRD wurden aus den Bürgerinitiativen der achtziger Jahre halbstaatliche oder von Verwaltungslogik zersetzte Bürokratien.Wie können (Selbst-)Organisationen einer solchen Vereinnahmung entgegenwirken?
Der Beginn eines neuen Internationalismus?
Abschlussauswertung des Besuchsprogramms im Februar und März 2006 · 22.03.06
- von Katrin Steiner –
Lassen sich weltweit ähnliche Probleme für Selbstorganisationen in den Städten feststellen? Welches Verhältnis haben sie zum Staat? Geht es um konkrete Hilfe oder politische Arbeit? Welche Bedeutung haben Netzwerke? Wie könnte ein neuer Internationalismus aussehen?
Diese Fragen beschäftigten uns nicht nur während unserer Besuche sondern auch während der Abschlussauswertung.
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Eindrücke zur Arbeit der medizinischen Flüchtlingshilfe in Berlin · 20.03.06
- von Rhoda Viajar –
Es ist bemerkenswert, dass die Organisation sich nicht nur um die spezifischen medizinischen Bedürfnisse der MigrantInnen kümmert, sondern auch bewusst politische Stellvertreterfunktionen wahrnimmt. Dieser Ansatz, denke ich, ist entscheidend für alle Organisationen, die auf die Probleme der Migration als Konsequenz der Neoliberalisierung reagieren.
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"Konkrete Solidarität" - Besuch bei der Medizinischen Flüchtlingshilfe Berlin · 19.03.06
– Kommentar von Graciela Draguicevich –Die Medizinische Flüchtlingshilfe hat Erstaunliches erreicht, wenn sie 120 medizinische Fachkräfte zusammenbringt, die die Besonderheiten der „Illegalität“ ihrer Patienten berücksichtigen und dabei vielleicht für eine illegale und kostenfreie Behandlung ihre Zulassung aufs Spiel setzen.
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Kommentar zum Besuch bei der Medizinischen Flüchtlingshilfe Berlin · 19.03.06
– von Boniface Mabanza –
Dass die neoliberale Globalisierung wie ein Laden funktioniert, aus dem die stärksten Akteure das holen, was ihnen gefällt und alles andere liegen lassen, wird am Beispiel der Menschen deutlich. [...] Es geht bei der medizinischen Versorgung um ein Grundrecht. Es geht um das Recht auf Leben. Wer Leben respektiert, muss es vor der Gefahr des Todes schützen.
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“Unser Ziel ist, uns überflüssig zu machen” – Besuch bei der Medizinischen Flüchtlingshilfe Berlin · 18.03.06
– von Ludger Weckel und Katrin Steiner –
Eigentlich könnten es alle wissen: Die Migrations- und Flüchtlingspolitik in der BRD ist menschenverachtend und verstößt gegen die Menschenrechtskonvention der UN – kein Wunder, sind doch Abschiebelager und Abschiebehaft längst gängige Praxis, sind doch Illegalisierte bei einemArztbesuch von Abschiebung bedroht. Genau hier macht sich das Büro für medizinische Flüchtlingshilfe Berlin stark und vermittelt Kontakte zu ÄrztInnen, Krankenhäusern, Apotheken u. a.. Auf ersten Blick erstaunlich, dass gerade in letzter Zeit die Arbeit des „Medibüros” von Seiten der Politik sogar ausdrücklich gelobt wurde. Ein Weg, über den staatliche Stellen versuchen, sich ihrer eigenen Verantwortung zu entziehen. Was bedeutet dies aber für die Arbeit des Medibüros?
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Planerladen Dortmund - Kommentar · 17.03.06
– von Graciela Draguicevich –
Der Planerladen erscheint beinahe wie ein Staatsunternehmen, wegen der breiten Themenpalette und der Oberflächlichkeit, mit der diese behandelt werden. Es scheint um die Herstellung eines Ausgleichs zwischen Reichen und Armen zu gehen, zwischen Eigentümern und Mietern, zwischen Einwanderern und Einheimischen. Ist das etwa nicht die wichtigste Aufgabe des Staates?
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Besuch beim Planerladen Dortmund - Kommentar · 16.03.06
– von Rhoda Viajar –
Der Planerladen in Dortmund kam mir recht vertraut vor. Die Natur der Projekte, die Rationalisierungen dahinter und die damit zusammenhängenden Prozesse sind denen ähnlich, die in einigen Entwicklungsprojekten auf den Philippinen angewandt werden.
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Eine Institution, mit der man rechnen muss · 15.03.06
- Kommentar zum Besuch beim Planerladen in Dortmund von Katrin Steiner –
Da der Planerladen aus einem universitären Projekt entstand und viele RaumplanerInnen und ArchitektInnen sich hier engagierten und noch engagieren, ist die Perspektive meines Erachtens eine andere: Wie ist Mitbestimmung gerade auch in Auseinandersetzung mit städtischen Institutionen möglich, welche Gruppen gibt es, welche Konflikte und Interessen gibt es? Wie kann eine Planung mit den Leuten aus dem betroffenen Stadtteil aussehen?
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Von Kinshasa nach Dortmund – Vergleichbare Entwicklungen von Initiativen und die Konsequenzen · 13.03.06
- Kommentar zum Besuch beim Planerladen in Dortmund von Boniface Mabanza –
In der kongolesischen Hauptstadt sind zahlreiche stadtteilbezogene Initiativen zu beobachten, die in einigen Aspekten mit dem Planerladen Dordmund verglichen werden könnten.
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Kooperation als politisches Konzept - Besuch beim Planerladen in Dortmund-Nordstadt · 13.03.06
– von Ludger Weckel –
1982 von Architekten und Stadtplanern gegründet, ist der Planerladen in der Dortmunder Nordstadt mittlerweile zu einer lokalen Größe geworden, mit der sich auch die Stadt auseinandersetzen muss. Der Verein ist politisch unabhängig und gemeinnützig und setzt sich für eine Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen in der Nordstadt ein, zudem betreibt er eine sozialorientierte Stadtteil- und Quartiers- entwicklung. In Auseinandersetzung und Zusammenarbeit mit städtischen Stellen aber auch mit dem Land NRW und der EU hat der Planerladen interessante Strategien zur Durchsetzung der eigenen Ziele entwickelt.
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Eindrücke vom Besuch in Wuppertal · 7.03.06
– von Rhoda Viajar –
Ich weiß, dass ich schnell emotional berührt bin und in unerwarteten Momenten zu weinen beginne. Dennoch war ich sehr überrascht von meiner eigenen Reaktion auf das, was ich in Wuppertal sah und lernte. Während des Mittagessens in der Wuppertaler Tafel fragte Niklas mich nach meinen Eindrücken von Armut im Westen (in diesem Fall, in Wuppertal). Mein sofortiger Gedanke war: Armut hat viele Formen. Dann begannen meine Tränen nur so zu fließen – so unkontrollierbar, dass es mir etwas peinlich war.
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Besuch in Wuppertal - Kommentar · 7.03.06
- von Graciela Draguicevich -
Café Berlin, Mittagstafel und Autonomes Zentrum: Was sind die grundsätzlichen Ziele dieser NgO? Haben sich die Ziele im Laufe der Zeit geändert? Worauf sind die Anstrengungen gerichtet? In welchem Zeitraum werden die Ziele erreicht?
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Mehr als Karitas? · 7.03.06
- Kommentar zum Besuch in Wuppertal von Boniface Mabanza –
Die Wuppertaler Tafel zeigt, dass zunehmend mehr Menschen auf karitative Hilfe angewiesen sind. Im Brockenhaus wird die Ambivalenz der Ein- Euro- Jobs zwischen Wiedereingliederung in die Gesellschaft Ausbeutung deutlich. Welche politischen Konsequenzen sind hieraus zu ziehen?
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Zweiter Arbeitsmarkt, Ein- Euro- Jobs, Solidarität und Vernetzung - Besuch in Wuppertal · 7.03.06
– von Ludger Weckel –
Am Donnerstag, den 2.3.2006 sind wir von den Leuten vom Autonomen Zentrum in Wuppertal eingeladen. Zunächst gab es eine Rundtour durch die „soziale Realität“ der Stadt: Ein Gespräch mit der Leiterin des Café Berlin, einem offenen Beratungs- und Begegnungszentrum, ein Kurzbesuch im Gebrauchtmöbelladen Brockenhaus, dann das Mittagessen in der Kantine der Wuppertaler Tafel und anschließend ein Gespräch mit der Leiterin. Abschließend sind wir dann ins Autonome Zentrum selbst eingeladen.
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Eindrücke vom Park Fiction-Projekt · 5.03.06
– von Rhoda Viajar –
Vom Park Fiction-Projekt war ich sehr beeindruckt. Der Film, der die Initiative dokumentiert, zeigt, wie ein Projekt, das den offenen Raum einer Gemeinschaft beinhaltet, gleichzeitig persönlich, lokal und global sein kann. Persönlich ist es wegen des Aspekts der “Wunschproduktion”, im Rahmen derer die BewohnerInnen aufgefordert wurden, den Park, den sie wollten, darzustellen und zu beschreiben. Lokal ist es, weil es einen gemeinsamen Ort für die Gemeinschaft betrifft. Und global ist es, weil es verschiedene kulturelle Symbole und Praktiken verbindet und städtische Prozesse diskutiert, die viele Städte weltweit betreffen.
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Park Fiction (Hamburg) - Kommentar · 3.03.06
– von Graciela Draguicevich –
Das Hamburger Projekt zeichnet sich meiner Auffassung nach durch drei Hauptmerkmale aus: (1) Inklusives Projekt, (2) Kein Parteiprojekt, (3) Ein Projekt, das seine Ziele erreicht hat.
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Park Fiction – Wünsche von unten und die Frage nach der Zukunft · 2.03.06
- Kommentar zum Besuch bei ParkFiction in Hamburg von Katrin Steiner – 
Während des Besuchsprogramms bin ich besonders gespannt auf die Strategien, die Selbstorganisationen ausprobiert haben, wenn es um die Auseinandersetzung mit städtischen Institutionen geht. Hier war der Besuch in Hamburg sehr bereichernd, weil eine große Vielfalt von Methoden genutzt wurden, um die Menschen von St. Pauli direkt in den Kampf für den Park einzubeziehen.
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Park Fiction
Wunschproduktion in einer globalisierten Stadt · 1.03.06
– Kommentar zum Besuch in Hamburg von Boniface Mabanza -
Der Park Fiction/ Hamburg ist eine Insel der Hoffnung. Er ist Ausdruck der mobilisierenden Funktion der Träume.
Er ist geprägt vom schwierigen Entstehungsprozess aller alternativen Ideen und seiner Verwirklichung haben sich massive Kräfte in den Weg gestellt.
Dass er durchgesetzt werden konnte, zeigt, dass man mit der Herstellung einer politisierten Öffentlichkeit, mit Kämpfen und Zielstrebigkeit viel erreichen kann.
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Kunst als Mittel der Politik · 1.03.06
- von Karsten Peters –
Zehn Jahre hat es gedauert von den ersten Plänen bis zur Umsetzung: der Park Fiction in Hamburg ist auf Druck und Initiative der AnwohnerInnen auf einem Grundstück in St. Pauli entstanden, wo eigentlich ein Bürogebäude gebaut werden sollte. Jetzt hat Hamburg seinen ersten wirklichen Bürgerpark.
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Der Vorhang zu und alle Fragen offen · 1.03.06

Jede Menge offene Fragen – und ein gerüttelt Maß Hoffnung. Die Tagung “Welche Stadt für wen? Die Stadt demokratisieren!” im Februar 2006 endete mit zahlreichen Widersprüchen und Unsicherheiten – und zumindest bei einigen mit der Zuversicht, dass der Keim gesetzt sei.
- Eindrücke von Johann Jäckel und Karsten Peters -