(Wieder-)Aneignung

Die gegenwärtige neoliberale Umgestaltung der Städte in Süd und Nord ist gekennzeichnet durch Privatisierungen, z.B. in den Bereichen Wasser oder Energieversorgung, ebenso werden soziale Rechte wie z. B. das Recht auf eine angemessene Gesundheitsversorgung, immer weiter eingeschränkt.
Häufig formiert sich in den Städten Widerstand gegen solche Prozesse, es werden Häuser besetzt, Bürgerentscheide angeregt und Kampagnen durchgeführt. Diese Kämpfe wehren jedoch häufig nur Privatisierungen ab, breite Bewegungen gegen die neoliberale Globalisierung entstand daraus nur selten.
Unter dem Begriff „Aneignung“ wollen wir deshalb diese Kämpfe unter der Perspektive von Autonomie, Alternativen und Möglichkeiten und Bedingungen von Handlungsfähigkeit diskutieren.
Vorläufig verstehen wir Aneignung als politische Praxis, in der Menschen sich hier und jetzt kollektiv das nehmen, was sie zum Leben brauchen, ohne nach der Legalität zu fragen …

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Police vehicles spread terror in favelas of Rio de Janeiro · 21.03.06

- article published by indymedia42.png
Several social organizations are organizing a campaign against the use of the “caveirao” by the Military Police of Rio de Janeiro. “Caveirao” is the name of armour planting and heavily armed vehicles that enter favelas and poor areas of Rio de Janeiro (Brasil) in order to “fight drug traffic”. But, according to residents and campaign organizers, “the action methods of the “caveirao” are there to spread fear, not guarantee security.

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WNairobiW! - Campaigning for Housing Rights in Nairobi · 7.03.06

- press release published by the International Alliance of Inhabitants -43.jpg

For the last two years the WNairobiW! Campaign has been working to defend the right to land and housing in the shanty towns surrounding Nairobi. The campaign results from the co-ordination of missionaries, italian and international organisations and Christian networks in Kenya, alongside AfrikaSi, an organisation which works in the shanty towns surrounding the Kenyan capital.
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The Issue of Housing in Nairobi · 7.03.06

- published by the International Alliance of Inhabitants -
Fifty five percent of the population of Nairobi, that is 2,5 million out of a total of 4 million people, live in slums which cover only 5 percent of the city’s territory, and which are considered among the worst in all of Africa. This land does not belong to the slum dwellers. It belongs instead to the government, which can decide to bulldoze it all, when it wants, with only 48 hours’ warning.

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Eindrücke vom Besuch in Wuppertal · 7.03.06

– von Rhoda Viajar –
58.jpgIch weiß, dass ich schnell emotional berührt bin und in unerwarteten Momenten zu weinen beginne. Dennoch war ich sehr überrascht von meiner eigenen Reaktion auf das, was ich in Wuppertal sah und lernte. Während des Mittagessens in der Wuppertaler Tafel fragte Niklas mich nach meinen Eindrücken von Armut im Westen (in diesem Fall, in Wuppertal). Mein sofortiger Gedanke war: Armut hat viele Formen. Dann begannen meine Tränen nur so zu fließen – so unkontrollierbar, dass es mir etwas peinlich war.

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Eindrücke vom Park Fiction-Projekt · 5.03.06

– von Rhoda Viajar –
Vom Park Fiction-Projekt war ich sehr beeindruckt. Der Film, der die Initiative dokumentiert, zeigt, wie ein Projekt, das den offenen Raum einer Gemeinschaft beinhaltet, gleichzeitig persönlich, lokal und global sein kann. Persönlich ist es wegen des Aspekts der “Wunschproduktion”, im Rahmen derer die BewohnerInnen aufgefordert wurden, den Park, den sie wollten, darzustellen und zu beschreiben. Lokal ist es, weil es einen gemeinsamen Ort für die Gemeinschaft betrifft. Und global ist es, weil es verschiedene kulturelle Symbole und Praktiken verbindet und städtische Prozesse diskutiert, die viele Städte weltweit betreffen.

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Der Vorhang zu und alle Fragen offen · 1.03.06

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Jede Menge offene Fragen – und ein gerüttelt Maß Hoffnung. Die Tagung “Welche Stadt für wen? Die Stadt demokratisieren!” im Februar 2006 endete mit zahlreichen Widersprüchen und Unsicherheiten – und zumindest bei einigen mit der Zuversicht, dass der Keim gesetzt sei.
- Eindrücke von Johann Jäckel und Karsten Peters -

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Wohnraum und Privatisierung · 1.03.06

Referat von Knut Unger vom MieterInnenverein Witten innerhalb der Tagung “Welche Stadt für wen? Die Stadt demokratisieren!” im Februar 2006
– Bericht von Johann Jäckel –
Der Leitmythos der neoliberalen Hegemonie vom Privateigentum dominiert Diskurse über Wohnen: „Privateigentum – der Wohnraum als Eigenheim – macht den Menschen glücklich.“ Aktuell lassen sich eine Vielzahl von Privatisierungsprozessen, verbunden mit Marktkonzentrationen, im Wohnungsbereich beobachten

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Zwischen Markt und Supermarkt · 1.03.06

Referat von Boniface Mabanza auf der Tagung “Welche Stadt für wen? Die Stadt demokratisieren!” im Februar 2006
– Bericht von Johann Jäckel –
Auf dem historischen Hintergrund des Kolonialismus sowie anschließenden Ausplünderung und der Interventionen ausländischer Mächte herrschen im Kongo zur Zeit Mafia-ähnliche Wirtschaftsstrukturen. Es werden allein 3 Mrd. Dollar für Kriegswirtschaft ausgegeben. Der Krieg ist nicht zuletzt ein Verteilungskampf um Rohstoffe. Aufgrund von Flucht und Migration ist die Verarmung in den Städten am Größten.

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Die Neoliberalisierung der Stadt · 1.03.06

– Input von Klaus Ronneberger während der Tagung “Welche Stadt für wen? Die Stadt demokratisieren!”
Das Konzept der “Stadt als Unternehmen” spielt in der neoliberalen Politik eine entscheidende Rolle. Selbstorganisationen und Basisinitiativen müssen sich immer wieder mit der Strategie “Regieren durch Aktivieren” auseinandersetzen.

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Das System im System - Wie sieht eine widerständige Autonomie aus? · 28.02.06

- von Johanna Fincke und Anna Meuth -
Bericht zum Workshop “Das System im System” während der Tagung “Welche Stadt für wen? Die Stadt demokratisieren!” vom 24.-26. Februar 2006

Selbstorganisation war das Schlagwort, das die beiden ReferentInnen aus Nord und Süd in diesem Workshop verbunden hat. Graciela Dragucievich berichtete über die Autoorganisationsprozesse in Argentinien nach der Krise 2001 am Beispiel der Organisation
Mutual Sentimiento, und Sebastian Müller aus Dortmund gab einen kurzen historischen Überblick über die Kämpfe für selbstorganisierten und günstigen Wohnraum für alle, am Beispiel der Mietersyndikate in Deutschland.

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Freiheit und Autonomie · 26.02.06

rechtslinks.jpg - von Karsten Peters –
Ist die „selbstständige Schule“, ist das „Hochschulfreiheitsgesetz“, mit denen die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen sich anschickt, öffentliche Bildungseinrichtungen der Markt- und Konkurrenzlogik zu übergeben, Ergebnis der linken Forderung früherer Jahre nach Autonomie und Selbstbestimmung? Eröffnet der Rückzug des Staates aus Bereichen soziokultureller Arbeit Freiräume und Möglichkeiten für jene, die bis dato immer um ihren Raum kämpfen mussten?

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Venezuelas „bolivarianischer Prozess“
Mit Gilles Deleuze in Caracas
· 24.02.06

- von Raul Zelik –
Kaum ein anderes Land der Welt ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten von einem derart umfassenden Transformationsprozess erfasst worden wie Venezuela. In dem Erdölstaat wurde 1999 eine neue Verfassung verabschiedet, die eine soziale, partizipatorische Demokratie verspricht, außenpolitisch widersetzt sich die Chávez-Regierung offen den Dominanzansprüchen der USA, bemüht sich um eine globale Kooperation von Staaten des Südens und verwendet seine Bodenschätze selbstbewusst als Mittel, um alternative ökonomische und politische Bündnisse zu schmieden.
Dieser Artikel erscheint in der PROKLA , Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft, Heft 142, 36. Jg., 2006, Nr. 1

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Lateinamerikas größtes besetztes Hochaus ist in Gefahr · 11.02.06

- Bericht von indymedia -
“Prestes Maia”, das bei weitem größte besetzte Hochhaus auf dem lateinamerikanischen Kontinent, ist von Räumung bedroht. Mit seinen 468 Familien, Herberge für mehr als 1.600 ehemals obdachlose Menschen, inklusive Kinder, Alte und Behinderte, wird das Gebäude in Kürze seinem “rechtmäßigen” Eigner, Mr. Hamuche & Co., überstellt, der in den letzten 15 Jahren “Eigentümerschaft” Gemeinde-Schulden im Höhe von 5 Millionen Reais (rund 2.2 Millionen Dollar / 2.1 Millionen Euro) angehäuft hat, was mehr ist als das Gebäude Wert ist. Dieser enormen Schuldenberg, zusammen mit jahrelanger Außerbetriebsetzung des Hauses, sollte (sogar nach geltemden Recht) das Anrecht auf Übergabe des Hochhauses an die Öffentlichkeit durch die lokale Gemeindeverwaltung rechtfertigen, aber trotz alledem wird es an den Eigner zurückgegeben und hunderte Menschen auf die Straße setzen.

Hier die Petition gegen die Räumung unterschreiben.

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Debatte: Zur Wiederbelebung des öffentlichen Raums · 17.01.06

- Von Johann Jaeckel und Karsten Peters -

Ist der öffentliche Raum wirklich für alle da? Bei einer Veranstaltung zur Nutzung öffentlicher Räume in Münster wies der Soziologe Klaus Ronneberger auf Brüche in der angeblichen Freiheit des öffentlichen Raums hin. Und auf den Anspruch der Mehrheit, die Nutzung des öffentlichen Raums mit Hilfe ordnungspolitischer und städtebaulicher Methoden von der Minderheit zurück zu erobern.
Die hier angestoßene Debatte stellt nicht die Meinung der Redaktion dar, sie will lediglich einige strittige Punkte aufgreifen.

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„Ein Zentrum im Zentrum“ · 17.01.06

Die Bochumer Referenten berichteten über das Soziale Zentrum in ihrer Stadt
„Wem gehört die Stadt (Wieder)Aneignung und soziale Kämpfe“ war der Titel der Fachtagung im September 2005 – und in diesem Rahmen fand auch ein reger Austausch statt über die Frage der Selbstorganisation und sozialer Kämpfe um und in aktuellen Lebensräumen in Caracas und Bochum. Das Seminar mit diesem Schwerpunkt versuchte Parallelen zu entdecken zwischen den Initiativen hier und in der Hauptstadt Venezuelas. Mit der deutschen Perspektive befasst sich dieser Artikel.

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Lebensräume: Selbstorganisation und soziale Kämpfe?
Soziale Transformation in Venezuela
· 16.01.06

- von Anna Meuth –
„Wem gehört die Stadt (Wieder)Aneignung und Kämpfe gegen Privatisierungen“ war der Titel der Fachtagung im September 2005 – und in diesem Rahmen fand auch ein reger Austausch statt über die Frage der Selbstorganisation und sozialer Kämpfe um und in aktuellen Lebensräumen in Caracas und Bochum. Das Seminar mit diesem Schwerpunkt versuchte Parallelen zu entdecken zwischen den Initiativen hier und in der Hauptsstadt Venezuelas.

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Transzendenz zum Konsum: Das Einkaufszentrum „Centro“ in Oberhausen · 3.01.06

parkhaus.jpg - Von Karsten Peters –
Mit der Stadt drumherum, mit der realen Welt hat das Gelände des „CentrO Oberhausen“ herzlich wenig gemein. Nicht nur, dass das Gebäude des nach Eigenwerbung größten Einkaufszentrums Europas architektonisch irgendwo zwischen Ozeanriese und Petersdom einzuordnen ist, es entzieht sich auch jedem anderen Versuch, es an die reale Welt anzubinden.

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BürgerInnenbegehren gegen Wasserprivatisierung · 2.01.06

Cover-Wasserreader2.jpgDie derzeitigen Veränderungen im deutschen Wassersektor und die von Teilen der Bevölkerung als negativ empfunden Erfahrungen mit der Transformation öffentlicher Güter in Waren haben in jüngster Zeit Ansätze einer Gegenöffentlichkeit entstehen lassen. Da zumindest die großen Parteien keine eindeutige Position zu Privatisierungsvorhaben einnehmen, können die WählerInnen ihre Haltung zur Privatisierung nur bedingt in ihre Wahlentscheidungen einfließen lassen. Es gibt allerdings in allen Bundesländern die Möglichkeit, von kommunalen und landesweiten BürgerInnenentscheiden.

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Eindrücke zu Wasserprivatisierungen aus Städten in Südafrika, Uruguay und Deutschland · 30.12.05

In den folgenden Hörbeiträgen, handelt es sich um O-Töne, die auf einer Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Die Welt wird Privat“ des Eine-Welt-Forums Münster im Oktober 2005 in der ESG stattfand.
O-Ton von u.a. Ruth Kadalie zu Wasserprivatisierung in Südafrika

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Zwischen Netzwerken und Kooperation:
Was trennt, was verbindet uns?
· 1.12.05

- von Katrin Steiner -
22.jpgWelche Funktion haben Shopping Malls im Norden und Süden? Inwieweit ist Konsum ein integrierendes Moment des Neoliberalismus? Wie wichtig sind soziokulturelle Zentren für den Widerstand gegen die neoliberale Umstrukturierung der Städte?
Dies waren nur einige Fragen, die am 18. September 2005 im Abschlussforum diskutiert wurden. Leonel Yáñez und Michael Ramminger stellten anhand von Fotos die Thesen und Ergebnisse des Besuchsprogramms zur Diskussion.
Hierzu gibt es auch einige O-Töne, so zum Beispiel von Leonel Yáñez zu Shopping Malls in Chile.

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